The Slaves
Ocean On Ocean
2LP HMS 023


Koncrit
January 2013

Plastischer Pop und entrückte Verklärtheit gehen bei The Slaves Hand in Hand wie in der liebevoll-parodistisch ausgerichteten Serie die Egozentrik ihrer Charaktere und ihren hehren Lebensentwürfen auf der anderen Seite. Spirituell ist das nicht unbedingt, höchstens esoterisch. Und das beileibe nicht im schlechtesten Sinne: Die sich überlappenden Vocals der beiden (neben Birch Cooper noch dabei: Barbara Kinzle, der das Glanzstück gelingt, gleichermaßen körperlos und wie markant zu klingen) geben den vollen, fuzzigen Orgel-(immerhin!), Gitarren- und Basswänden die Kontur zurück, die die auf ihrem Weg durch geschätzte 30 Effektpedale vollends verloren haben. Das mag sich stellenweise doch sehr verklärt und etwas kitschig anhören, schlägt seiner dezent gesetzten unheimlichen Untertöne wegen der Belanglosigkeit aber Mal um Mal ein Schnippchen. Hier jault die Gitarre doch etwas schräg über die mächtigen, warmen Bass-Riffs, dort scheint Kinzle die Tränen gerade noch so zurückhalten zu können. Auf den ersten Blick esoterischer, psychedelischer Wohlfühldrone, auf den zweiten jedoch ein wenig nervenaufreibend, wenn nicht sogar verstörend. Ocean On Ocean (das übrigens bereits 2010 in einer Kleinstauflage erschien, nun aber auf Vinyl aufgelegt wurde) dümpelt nicht im Schwebezustand zwischen zwei spirituellen Extremen umher, sondern lebt von seiner Zwiespältigkeit und -lichtigkeit. Pop und Psychedelik, Plastizität und Entgrenzung und auch Pseudo-Spiritualität und Profanität sind bei The Slaves bis zur Unentscheidbarkeit miteinander verworren. Und so lassen sich in den sechs Songs mit jedem weiteren Durchlauf weitere neue Aspekte (ob nun Misstöne oder gänsehautfordernde Wohlklänge) heraushören. --KCORNILS